ERA Magazin - besser Wohnen

Was braucht wie viel Watt?

Wie viele Kilowattstunden ein Haushalt insgesamt im Jahr verbraucht und wie viele Kosten dafür pro Jahr entstehen, entscheiden hauptsächlich die Gebrauchsgewohnheiten.

Bei einem Zwei-Personen-Haushalt sind es circa 2.900 Kilowattstunden (kWh).
Wie setzt sich dieser Wert – bezogenauf die elektrischen Haushaltsgeräte – zusammen?

Welches der Geräte verbraucht wie viel?
Wer über die Details des eigenen Stromverbrauchs verfügt, kann entscheiden, welches Elektrogerät besser gegen ein neues, energiesparendes ausgetauscht werden sollte. Und bei welchem Gerät es sich wirklich lohnt, die Dauer oder Häufigkeit der Benutzung zu reduzieren.
Folgende Kriterien sind für die Verbrauchs- und Kostenrechnung eines Elektrogeräts im Jahr ausschlaggebend:

n Leistung des Geräts in Watt (W)
n Laufzeit des Geräts pro Tag in Stunden (h/d)
n Energieeffizienzklasse

Beispiele:
Ein Fön mit 2.000 Watt, der täglich 5 Minuten benutzt wird, verbraucht im Jahr rund 61 kWh.
Im Vergleich: der Flachbild-TV mit nur 100 Watt, der täglich aber 2 Stunden läuft und somit im Jahr etwa 73 kWh verbraucht. Im Vergleich: der Herd mit 4.000 Watt, der täglich eine halbe Stunde eingeschaltet ist und so im Jahr schon 730 kWh verbraucht.

Was hat wie viel Watt?
Der Stromverbrauch von Haushaltsgeräten, welche am häufigsten zum Einsatz kommen
Wie viel welches Elektrogerät leistet, steht entweder auf den Geräten (Leistungsschild) oder
in der Gebrauchsanweisung.

Einige Zirka-Richtwerte im Überblick:
n Dunstabzugshaube: 500 Watt
n Fön: 2.000 Watt
n Gefrierschrank: 150 Watt
n Geschirrspüler: 3.000 Watt
n Herd (Backofen): 3.500 Watt
n Kühlschrank: 120 Watt
n Lampe: 50 Watt
n Laptop: 80 Watt
n Mikrowelle: 800 Watt
n PC: 250 Watt
n TV Flachbildschirm: 100 Watt
n Wasserkocher: 2.200 Watt
n Waschmaschine: 2.300 Watt
n Wäschetrockner: 3.000 Watt

Wie viel Watt braucht eine Küchenmaschine?
Es ist nicht die Watt-Zahl alleine entscheidend, wie gut eine Küche maschine wirklich ist.
Sicherlich braucht man beim Schneiden nicht immer die volle Watt-Zahl, das Rühren und Kneten von Hefeteigen erfordert jedoch einen kräftigen Motor. Maschinen, die ein großes Fassungsvermögen haben, benötigen in der
Regel jedoch mehr Watt, als eine kleine Küchenmaschine. Einfache  Aufgaben, wie zum Beispiel Sahne schlagen, führt die Küchenmaschine mit nur 300-500 Watt bereits gut und zufriedenstellend aus. Stellt man jedoch höhere Anforderungen oder wird die Maschine auch für große Mengen und zur Fleisch-Herstellung benötigt, sollte die Wattleistung ein Minimum von 500 nicht unterschreiten. Multifunktionsmaschinen, welche täglich bei einem Mehrpersonenhaushalt zum Einsatz kommen, brauchen eine hohe Watt-Zahl. Diese Küchenmaschinen sollten mindestens 1.000 Watt haben, denn nur dann können sie den hohen Anforderungen standhalten.

Wie viel Watt sollte ein Staubsauger haben?
Eines gleich vorweg: Die Zeiten, in denen eine möglichst hohe Motorleistung eine hohe Saugleistung bedeutet haben, sind längst vorbei. Denn die Wattangabe der Geräte sagt nichts anderes aus, als wie viel Watt an Leistung vom Staubsauger aufgenommen wird. Ob nun von der aufgenommenen Leistung ein Großteil in Wärme anstatt in Saugleistung umgewandelt wird, ist erst einmal nicht ersichtlich! Elektromotoren sind aber um ein Vielfaches effizienter als
noch vor wenigen Jahren. Darüber hinaus hat sich auch die Saugtechnik verbessert. Ein Vergleich lohnt sich daher.

Kein Staubsauger mehr ohne Regler
Solch ein Regler ist dazu da, die Motorleistung zu drosseln, wenn man weniger Saugleistung braucht. Abgesehen vom Stromverbrauch, bringt es auch noch einen weiteren, sehr angenehmen Vorteil, mit niedrigerer Leistung zu
saugen, nämlich die Lautstärke.

Staubsauger Saugleistung
Für einen Staubsauger ist die Saugleistung sehr wichtig. Die Leistungsaufnahme des Gerätes ist
jedoch nicht relevant für die Saugkraft. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aller Faktoren im Staubsauger, zu denen Düsenkonstruktion, Motorleistung und Saugrohr zählen. Diese müssen gut aufeinander abgestimmt sein.

Wie wird gemessen?
Die Saugkraft des Staubsaugers wird in mmWS (Millimeter Wassersäule) gemessen. Diese Angabe wird jedoch vom Hersteller oft nicht mitgeteilt. Deshalb sollte man sich vor einem Kauf auch gezielt über die effektive Saugwirkung in-
formieren, zum Beispiel mit einem Staubsauger-Test.

Tipps:
Ein Bodenstaubsauger mit hoher Saugkraft sollte mit einer Leistung ab 2.500 mmWS ausgestattet sein, um gute Dienste zu erweisen. Die Saugkraft der meisten Handstaubsauger fällt im Vergleich zu einem Bodenstaubsauger deutlich geringer aus. Sie sollte dennoch nicht niedriger als 250 mm WS sein.

Bieten Saugroboter auch eine Saugleistung oder bürsten sie den Staub nur?
Moderne Saugroboter arbeiten mit einer Kombination aus Saugkraft und Reinigungskraft durch eine Bürste. Verunreinigte Stellen werden durch bürstende Vor- und Rückwärtsbewegungen von Schmutz befreit, welcher anschließend durch die Saugkraft in das Innere des Gerätes befördert wird.

Beleuchtung in Wohnräumen
Der Bann trifft die Glühlampe, weil sie zu viel Energie verbraucht. Nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms wird zu Licht, der Rest  zu Wärme.

Wie viel Watt braucht eine LED Lampe?
Früher war es einfach. Jedes Kind wusste in etwa, wie hell eine 60- oder 100-Watt Glühbirne ist, man musste sich nur noch zwischen klaren und mattierten Birnen entscheiden. Auf Grund der unterschiedlichen Wirkungsgrade von Leuchtmitteln ist es unmöglich, diese nur an Hand der Leistung (Einheit Watt) zu vergleichen. Löst man sich jedoch von dieser Einheit los und vergleicht Leuchtmittel über die abgestrahlte Lichtmenge, Einheit Lumen (lm), ist das recht einfach. Eine Messung zeigt dass zum Beispiel eine 60 Watt Glühbirne einen Lichtstrom von rund 700lm erzeugt. Es muss aber auch berücksichtigt werden, wie die Lampe eingebaut ist. Da eine Glühlampe rundherum (annähernd 360°) abstrahlt wird zum Beispiel bei Einbauleuchten ein Teil des Lichtes gar nicht genutzt.

LED statt Glühlampe – Wie findet man den richtigen Ersatz?
Diese Frage haben sich bestimmt schon alle gestellt, die auf umweltschonende und stromsparende LEDs umrüsten wollen. Der Austausch ist nicht ganz einfach, da man beim Kauf auf andere Kriterien achten muss als bei der Glühbirne.

Die richtige Helligkeit auswählen
Zunächst sollte man beim alten Leuchtmittel nachsehen, wie viel Watt dieses hat. Bei den alten Glühlampen war die Watt-Zahl der wichtigste Indikator für die Helligkeit. Nicht umsonst spricht man auch heute noch von der „60 Watt Glühbirne“. Wichtigstes Kriterium beim Kauf einer neuen LED ist für viele die Helligkeit. LEDs sind deutlich genügsamer als Glühlampen. Dies ist ja auch einer ihrer essentiellen Vorteile – weniger Watt bedeutet in erster Linie weniger Verbrauch. Wer also nicht zu tief in die Materie gehen möchte, der kann sich an dieser Tabelle orientieren:

Exakte Angaben zur Helligkeit einer LED macht jedoch nur der Wert Lumen. Diesen sollte man zugrunde legen, wenn man Glühbirnen durch LEDs ersetzen möchte und Wert auf eine exakt gleichbleibende Helligkeit legt.

Eine 60 Watt Glühlampe sollte durch eine LED mit mindestens 730 Lumen ausgetauscht werden. Die gängigen LED Modelle haben in der Regel immer etwas mehr Lumen als das vergleichbare Glühlampenmodell. Der genaue Lumenwert kann dabei variieren. So haben 60 Watt LED Glühbirnen-Ersatzleuchten etwa 800 Lumen. Die Angaben zu den Lumen befinden sich immer auf der Produktverpackung oder in der Produktbeschreibung. Folgende Tabelle zeigt, wie viel Lumen die neuen LEDs im Vergleich zur Glühbirne etwa haben:

Achtung Lichtfarbe!
LED Lampen mit kaltweißer Lichtfarbe haben messtechnisch eine höhere Helligkeit. Das Licht dieser Lampen ist aber bläulich und kalt und für Allgemeinbeleuchtungen unbrauchbar.

Die richtige Farbtemperatur auswählen
Ebenfalls neu bei LEDs ist das Auswahlkriterium Farbtemperatur. Glühbirnen hatten immer die gleiche Farbtemperatur, diese ist bei einer 60 Watt Glühlampe bei 2.700 Kelvin (K). LEDs hingegen sind in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich. So kann der Käufer je nach LED entscheiden, welche Farbtemperatur er am Einsatzort bevorzugt.

Wer möchte, dass sein neuer LED Glühbirnenersatz genauso leuchtet wie das Vorbild, der sollte auf eine warmweiße Farbtemperatur von 2.700 K zurückgreifen. Ein etwas kälteres Licht machen LEDs mit einer Farbtemperatur von 4.000 K oder mehr. n

Text: Ing. Reinhard Steurer
E-Mail: r.steurer@besser-wohnen.co.at
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