ERA Magazin - besser Wohnen

Start- up für den Rasen

Der Winter hat oft kahle Stellen, braune Flecken und Moos als Spuren auf dem Rasen hinterlassen. Wer bis zum Sommer wieder dichtes Grün sehen möchte, sollte dem Rasen eine Frühjahrskur gönnen.

Die beste Zeit für eine Rasennachsaat ist zwischen Ende März und Anfang Mai, sobald es keine Nachtfröste mehr gibt und der Boden über einen Zeitraum von zwei Wochen eine Temperatur von mindestens sechs Grad Celsius aufweist. Da das Saatgut ausreichend Sonnenlicht zum Keimen benötigt, ist es ratsam, die Rasenfläche zuvor gründlich zu mähen und zu vertikutieren. Dabei dringt die Messerwelle des Geräts ein bis zwei Zentimeter in die Grasnarbe ein und reißt flachwurzelnde Moosflechten und Verfilzungen heraus. Wer sich nicht extra einen Vertikutierer kaufen möchte, kann sich ein motorbetriebenes Gerät auch im Garten-center oder Baumarkt ausleihen. Vor der Rasennachsaat wird das Schnitt- und Vertikutiergut gründlich entfernt.

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Gut gesät ist halb gewonnen
Auf der Verpackung des Saatguts findet man genaue Angaben darüber, wie viel Grassamen pro Quadratmeter empfohlen werden. Dementsprechend lässt sich der Streuwagen einstellen, mit dem ein sehr gleichmäßiges Ver-teilen des Saatguts und später ein einheit-liches Rasenbild möglich sind.
– Wer den Rasensamen lieber per Hand ausbringen möchte, mischt ihn zuvor mit der gleichen Menge trockenem Sand. Das vereinfacht den Vorgang, denn man hat ein viel besseres Streugefühl.
– Das Saatgut wird nun mit dem Rechen gut in die Grasnarben eingearbeitet und die Fläche in den nächsten vier Wochen stets ausreichend feucht gehalten, um ein Vertrocknen der Keimlinge zu verhindern. In dieser Zeit wird der Rasen nicht betreten.
– Der erste Schnitt kann etwa vier bis fünf Wochen nach der Aussaat erfolgen, sobald das Gras eine Wuchshöhe von mindestens acht bis zehn Zentimetern erreicht hat.
– Achten Sie beim Rasenmäher auf scharfe Messer, da die jungen Halme durch stumpfe Schneidmesser leicht wieder herausgerissen werden. Zunächst sollte man den Rasenmäher nicht tiefer als sechs Zentimeter einstellen.
Erst nach dem dritten oder vierten Mähen ist die Rasenfläche voll belastbar und die Schnitthöhe kann verringert werden.

Ruck zuck Rollrasen
Rollrasen oder Fertigrasen wird in Spezialbetrieben auf großen Flächen über viele Monate
gezogen und gepflegt, bevor er flach geschält und zu handlichen Päckchen gerollt wird. Der Frühling ist die beste Jahreszeit für die Verlegung. Rollrasen gibt es für jede Gartensituation, sei es für Schatten und Halbschattenoder als Sportrasen. Auch beim Rollrasen ist ein sofortiges Betreten nicht empfehlenswert. Es dauert je nach Witterung zwei bis drei Wochen, bis die Rasenfläche vollständig angewachsen und voll belastbar ist. Rollrasen braucht die gleiche Pflege wie der natürlich gewachsene Rasen, jedoch ist er frisch verlegt in kürzerer Zeit robuster und belastbarer als die kleinen Rasenpflänzchen nach der Aussaat.

Mit oder ohne Kante?
Bereits vor der Anlage einer neuen Rasenfläche sollte man überlegen, wie die Rasenkante aussehen soll. Die „englische Kante“, der nahtlose Übergang zwischen Rasen und Beet, hat einen Nachteil: Man muss die Kante während
der Wachstumsperiode regelmäßig abstechen, damit der Rasen nicht in die Beete wächst. Wer das nicht möchte, fasst seine Rasenfläche mit Kantensteinen aus Beton, Granit oder Klinker ein. Auch Kanten aus Metall oder Kunststoff sind möglich. Die flexiblen Profile eignen sich besonders gut zur Einfassung geschwungener Rasenflächen. Wer sich einen Mähroboter zulegen möchte, sollte das bei der Anlage berücksichtigen. Der Draht, der künftig den Mähbereich des Roboters begrenzt,
wird noch vor der Rasenanlge in den Boden verlegt.

Text: Ing. Elke Papouschek
E-Mail: e.papouschek@besser-wohnen.co.at
Bilder: BGL, Hauert