ERA Magazin - besser Wohnen

SOMMER IM GARTEN genießen

In der heißen Küche stehen, während der Rest der Familie das schöne Wetter draußen genießt? Muss nicht sein. Mit einer Outdoorküche wird nun auch im Freien gekocht.

Der Garten ist längst nicht mehr nur ein Ort, er ist ein Lebensgefühl geworden. Wer auch nur ein paar Quadratmeter Freiluftfläche besitzt, nutzt sie, und das nicht nur, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. So viel wie möglich draußen zu sein, empfinden immer mehr Menschen als eine der wichtigsten Bereicherungen des Lebens.

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Vom grünen Wohnzimmer ist schon länger die Rede, doch neben Sitzen, Liegen, Faulenzen, Spielen, Feiern, Essen und Arbeiten kommt zu den Gartenaktivitäten nun auch das Kochen. Die Ausstattung dazu reicht von einer Arbeitsplatte mit Wasseranschluss bis zur kompletten Outdoorküche, in der man unter freiem Himmel Essen zubereiten, sich am Kaminfeuer wärmen und entspannt ge­nießen kann.

Alle Stückeln spielen
Die klassische Grundausstattung einer Out­doorküche besteht aus einem Griller, einem Seitenbrenner zum Kochen oder Braten von Beilagen und einem oder mehreren Schränken. Diese Basisaus­stattung kann nach Bedarf um Spülbecken, Wasseranschluss, integrierbare Schneide­bret­ter, Kühlschrank, Weinkühler und viele weiteren Küchenutensilien erweitert werden. Aufbewahrungsschränke bieten viel Stauraum und verleihen der Küche eine klare Struktur. Soll es auch fließendes Wasser geben, muss dieses in den Wintermonaten abgedreht werden können. Den letzten Schliff verleihen Abfallbehälter, Küchenrollenhalter, Grill­platten oder eine Cocktailstation.
Modulare Outdoorküchen lassen sich dabei flexibel zusammenstellen, können einfach zusammengebaut, auseinandergenommen und ausgetauscht werden. Viele Module sind mit Rollen ausgestattet, damit man die Küche flexibel an beliebiger Stelle platzieren und im Winter oder bei Schlechtwetter in die Garage schieben kann.

Die Ausgezeichnete
Weil „Gärtner-von-Eden“-Gärtner Michael Daldrup und sein Freund, der Ofensetzer Oliver Neugebauer, auf der Suche nach einer qualitativ und ästhetisch überzeugenden Küchenlösung für den Garten waren, haben sie gleich selbst eine entwickelt: Ihre „Freiluftküche“ überzeugt durch starkes Design, robuste Materialien, maximale Flexibilität dank modularer Bauweise und einem hochwertigen integrierten Grill. Das bestätigt der Gewinn des German Design Award 2017, der innovative Designprodukte und -projekte prämiert. Dank Pulver­beschichtung ist die Freiluftküche extrem witterungsbeständig, die großzügige Ar­beits­fläche bietet genug Platz für die Es­senszubereitung, in den Schränken ist reichlich Stauraum. Der integrierte Mono­lith-Grill eröffnet Möglichkeiten der Essenszubereitung vom klassischen Grillen bis zum aromaschonenden Niedrigtemperaturgaren. Außerdem verfügt die Freiluftküche über eine integrierte Feuerstelle. Die kann natürlich ebenfalls zum Kochen, Backen und Braten genutzt werden, bringt aber gleichzeitig Gemütlichkeit in den Garten. Erhältlich ist die Küche in Österreich über die oberösterreichische Firma Freiraum.
Eine in der Nähe des Wohnhauses gelegene Gartenküche hat den Vorteil, dass die Anlieferungswege aller Lebensmittel und Kochutensilien kurz sind. Generell gilt: Je weiter die Küche vom Haus entfernt ist, desto autarker muss sie geplant werden. Das heißt, dass es in den entfernteren Outdoorküchen zumindest einen eigenen Kühlschrank geben sollte. Obstbäume in Gartenküchennähe sind nicht klug, da das Fallobst extreme Verschmutzungen anrichten kann. Kräuter­gärten und Gemüsebeete in unmittelbarer Nähe hingegen sind der Hit: Frischer kann man nicht kochen.

Wichtig ist, dass die Outdoorküche zum Nachbarn hin abgeschottet wird. Sichtschutz in Form einer mindestens mannshohen Wand oder Mauer ist hier also gefragt, denn Kochen ist eine intime Angelegenheit. Andererseits sollte man speziell Griller so positionieren, dass man seine Nachbarn nicht „einraucht“. Ferner sollte man heiße Kochstellen auch fern von der Ballspielwiese der Kinder einplanen, denn der Ball rollt nicht nur.

Ein Dach über dem Kopf der Chefköchin oder des Grillmeisters beziehungsweise über der gedeckten Tafel schützt vor Regen und Sonne. In kleinen Outdoorküchen kann diese Funktion ein Sonnensegel übernehmen. Damit ist man auch flexibel. Sehr schön ist eine offene Feuerstelle in der Nähe, an der sich Familienmitglieder und Freunde an kalten Abenden im Sommer wie im Winter die Hände wärmen können, denn die perfekte Outdoorküche sollte das ganze Jahr über genossen werden können.n

Text: Ing. Elke Papouschek
E-Mail: e.papouschek@besser-wohnen.co.at
Bilder: pixabay, freiraum