ERA Magazin - besser Wohnen

NACHHALTIGKEIT

3D-Drucker am Bau

©Icon_ICON_3D_Printed_Home

Der 3D-Drucker ist in vielen Branchen bereits tagtäglich im Einsatz und aus der Produktion fast nicht mehr wegzudenken. Nun hält er auch in einer neuen Sparte Einzug: Das Bautechnologie-Startup Icon aus Austin/Texas hat im Herbst 2018 das erste 3D gedruckte Haus aus Beton errichtet. Der bewohnbare Bungalow bietet eine Wohnfläche von 33m2 mit einer umlaufenden Terrasse und überzeugt mit moderner Optik.
Individuell und zeitnah umgesetzt
Herkömmliche, industrielle Drucker sind für ein Vorhaben dieser Art zu klein. 3,5 Meter hoch und 10 Meter lang ist das eigens dafür entwickelte Gerät, das den Beton schichtweise übereinander spritzt. Durch die einzelnen Stränge, die aufeinander gesetzt werden, entsteht nach und nach eine Wand mit gerippten Flächen. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken mag, bringt jedoch eine lebendige Struktur in den Wohnraum. Mit Hilfe dieser Methode kann der Rohbau des Eigenheims innerhalb von nur 24 Stunden fertiggestellt werden. Ist der Beton nach wenigen Tagen vollständig ausgetrocknet, werden Fenster und Türen von Hand eingesetzt und das Haus mit einem Holzdach gedeckt.
Neben dem erheblich reduzierten Zeitaufwand überzeugt das 3D-Haus auch hinsichtlich des Preises. Betrugen die Kosten für den gebauten Prototypen in Texas noch rund 10.000 Dollar, so soll der Preis in naher Zukunft für den Rohbau eines 3D-Hauses bei nur 3.500€ liegen. Der Großteil der Ausgaben entfällt hierbei auf den Drucker. Die notwendigen Materialien und Werkstoffe sind günstig zu beschaffen, ebenso können die Kosten menschlicher Arbeitskraft im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen erheblich verringert werden. Durch Farbstoffe in der Betonmischung kann die Farbe der Wände individuell gestaltet werden. Auch bei der Gestaltung des Hauses sind nur wenige Grenzen gesetzt, denn mit dem 3D Drucker können unterschiedliche Formen wie geschwungene oder abgeschrägte Hauswände ganz einfach und ohne weiteren Kostenaufwand umgesetzt werden. Das Konzept des Startups Icon befindet sich zur Zeit noch in der Testphase, doch bereits ab dem Jahr 2020 sollen andere Unternehmen die 3D-Drucker erwerben können.
Nachhaltigkeit und Sozialeffekt
Das 3D gedruckte Haus gilt als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und soll zukünftig auch zur Bekämpfung von Armut eingesetzt werden. In Zusammenarbeit mit der Non-profit Organisation „New Story“ engagiert sich das Startup Icon für gemeinnütziges Wohl und plant in einem Dorf in Südamerika rund 50 Häuser für bedürftige Familien zu errichten. Die Grundstücksgrößen liegen bei etwa 120 m2, die Wohnfläche der einstöckigen Häuser soll ca. 50 m2 betragen. Benötigt eine Familie später mehr Platz, so kann ganz einfach eine zweite Etage nachträglich errichtet werden.