ERA Magazin - besser Wohnen

Kühlen und Gefrieren

Energieverbrauch – worauf ist zu achten.

Welche Kühlschrank-Größe die richtige ist, hängt vor allem von der Haushaltsgröße ab. Grundsätzlich geht man bei Mehr-Personen-Haushalten von rund 60 bis 70 Litern pro Person aus. Aber auch der Lebensstil ist relevant. Wird der Single-Haushalt von einem Berufstätigen bewohnt, der nur einmal wöchentlich eingekauft, sollte der Kühlschrank größer und vor allem mit speziellen Frischefächern für Obst, Gemüse und Fleisch für eine längere Haltbarkeit ausgestattet sein.

Wohnt man am Land, viel­leicht auch noch mit einem großen Garten, in dem viel Obst anfällt, das entweder ein­gefroren oder gekühlt wer­den muss, rechnet man besser mit einem Nutzvolumen von rund 100 Litern pro Person. Für eine vierköpfige Familie, welche in der Stadt wohnt, reicht in der Regel ein Gerät mit einem Volumen von 200 bis 300 Litern aus. Die gleiche Familie, aber auf dem Land lebend und dazu noch als Hobbygärtner, benötigt einen Nutzinhalt von 300 bis 400 Litern oder mehr.
Wenn man ein extra Gefriergerät (Gefrier­schrank oder Gefriertruhe) besitzt, empfiehlt sich ein Kühlschrank ohne Gefrierfach. Wenn man oft vorkocht oder größere Mengen Lebensmittel einfriert, sollte man mit rund 130 Litern Gefriervolumen pro Person rechnen.

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Haushaltsgroßgeräte

Von A bis A+++
Um der Entwicklung gerecht zu werden und die Vergleichbarkeit der Geräte innerhalb der Klasse A sicherzustellen, wurde das Energielabel im Jahr 2004 um die Klassen A+ und A++ erweitert. Ein weiteres Mal wurde das Label 2011 überarbeitet. Die energieeffizientesten Geräte erhielten nun die Auszeichnung A+++. Dieses Label gilt für Kühl- und Gefriergeräte. Neu unter die Kennzeichnung fallen auch Weinlagerschränke.

Die mögliche, oft verwendete Erweiterung mittels der Stufen A+ bis A+++ bei manchen Geräteklassen ist für Interessierte aber nicht leicht verständlich.

Das EU-Energielabel enthält aber nicht nur Angaben zum durchschnittlichen Jahres­energieverbrauch der Geräte. Es enthält auch beispielsweise Informationen über den Geräuschpegel. Übrigens müssen seit Juli 2012 alle Neugeräte im Handel mindestens A+ erfüllen!

A bis G statt A+ bis A+++
Die EU hat sich auf neue Kennzeichnungen für energiesparende Elektrogeräte geeinigt. Die verwirrenden Angaben mit immer mehr Pluszeichen werden abgeschafft und durch eine einfache Skala ersetzt. Verbraucher sollen besonders energiesparende Geräte im Laden künftig wieder einfacher erkennen. Die EU will deshalb die mittlerweile recht verwirrende Kennzeichnung mit Labels wie A+++ abschaffen und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzen. Die EU-Kommission hatte dies bereits im Juli 2015 vorgeschlagen.

A steht dann für die besten Geräte am Markt, G für die am meisten Strom verbrauchenden Modelle. Schon früher galten diese Ka­te­gorien. Künftig sollen die Kriterien laufend nachgebessert werden, so dass A dauerhaft die beste Klasse bleibt.

Zuordnung zu Energieeffizienz-Klassen
(In Prozent des Energieverbrauchs eines [fiktiven] Referenzgeräts)

Wichtige Tipps

Umgebungstemperatur
Während eine geringe Umgebungs­temperatur des Aufstellungsortes zu­nächst hilft, Energie zu sparen, führt das Unterschreiten der Mindesttemperatur über­raschend und ungewollt zu einem Auftauen im Eis-/Tiefkühlfach.

Der Grund dafür: Der Kühlraum und die Tiefkühlfächer haben meist einen gemeinsamen Kompressor, der über einen Thermostat im Kühlraum geregelt wird. Bei einer geringen Außentemperatur muss der Kompressor nur selten laufen, um zum Beispiel eine Temperatur von 6 °C im Kühlraum zu gewährleisten. Diese Aktivität des Kompressors reicht nun aber nicht aus, um gegen den deutlich größeren Unterschied (Wärmestrom) zwischen Außentemperatur und Temperatur im Tiefkühlfach, z. B. −18 °C, zu arbeiten.

Kühlschränke der Klimaklasse SN haben daher häufig eine Heizung in Nähe des Thermostaten im Kühlraum von ca. 8 Watt. Gelegentlich wurde früher einfach die Innenbeleuchtung (Glühlampe, üblich: 15 Watt) nicht ausgeschaltet, um die Betriebstemperatur von der Klimaklasse N auf SN zu erweitern.

Wer Energie sparen und ein Kühlgerät in einem ungeheizten Raum aufstellen möchte, bei dem auch dauerhafte Temperaturen unter 10 °C zu erwarten sind, entscheidet sich besser gegen eine Kühl-/Gefrierkombination und für einen getrennten Kühl- und Tiefkühlschrank, noch besser für eine Tiefkühltruhe.

Bei Kühlschränken mit Eisfach, besonders mit Tiefkühlfächern, ist die vom Hersteller angegebene Umgebungstemperatur des Aufstellorts, angegeben als Klimaklasse, zu berücksichtigen:

Klimaklasse SN (Subnormal): Umgebungstemperaturen von +10 °C bis +32 °C

Klimaklasse N (Normal): Umgebungstemperaturen von +16 °C bis +32 °C

Klimaklasse ST (Subtropen): Umgebungstemperaturen von +16 °C bis +38 °C mit dieser Klasse darf ein Gerät um 10 % mehr Energie verbrauchen als die normale Klasse, um das gleiche Energielabel zu erhalten (z. B. A++)
Klimaklasse T (Tropen): Umgebungstemperaturen von +16 °C bis +43 °C mit dieser Klasse darf ein Gerät um 20 % mehr Energie verbrauchen als die normale Klasse, um das gleiche Energielabel zu erhalten (z. B. A++)

Gefrierleistung
Gefrierleistung oder Gefriervermögen wird in Kilogramm angegeben und reic‚ht von 6 bis 38 Kilogramm. Die Gefrierleistung, die im Produktblatt von Gefrierschränken angegeben wird, bezeichnet, wie viele Kilogramm Lebensmittel das Gerät innerhalb von 24 Stunden auf -18°C einfrieren kann, ohne an Leistung zu verlieren. Laut gültiger Gerätenorm müssen mindestens 4,5 Kilogramm pro 100 Liter Nutzinhalt Gefrierleistung gegeben sein, moderne Gefrierschränke und Gefriertruhen erreichen ein Vielfaches davon.n

Sternekennzeichnung für Gefrierfächer