ERA Magazin - besser Wohnen

Heil-, Basen- & Intervall- fasten

Warum weniger oft mehr ist.

Fastenzeiten markieren in den unterschiedlichsten Epochen und Kulturen eine wichtige Zäsur in Bezug auf
unser Essverhalten. War es in grauen Urzeiten noch naturgegebene Tatsache, dass uns Nahrung nicht regelmäßig im Übermaß zur Verfügung stand, so führen uns heute gesundheitsbewusste Überlegungen dazu, das Ausmaß und die Qualität unserer Nahrungszufuhr zu überdenken. Heilfasten, Basenfasten oder Intervallfasten sind in aller Munde und können allesamt einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitspflege leisten.

Heilfasten
Heilfasten gilt als besonders effiziente und natürliche Methode, um den Körper von Giftstoffen zu befreien und zu reinigen. Dass dabei auch das eine oder andere Kilo purzelt, kommt in einer übergewichtigen Gesellschaft vielen zugute. Eine Heilfastenkur sollte gut vorbereitet sein. Die Tage vor und nach dem Fasten haben dabei eine ebenso besondere Bedeutung wie das Fasten selbst. Beim klassischen Heilfasten wird eine Zeit lang (häufig 8 bis 14 Tage) gänzlich auf die Aufnahme von fester Nahrung verzichtet. Wasser, Kräutertees und klare Gemüsesuppen stehen stattdessen am „Speiseplan“, begleitet von allerhand Entgiftungsmaßnahmen wie Leberwickel, Massagen, Saunabesuche und viel moderate Bewegung an der frischen Luft. Eine kompetente Begleitung von Ärzt/innen oder ausgebildeten Fastenbegleiter/innen wird empfohlen, um Risiken und negative Nebenwirkungen wie Fastenkrisen und Rückvergiftungen zu reduzieren.

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Basenfasten
Eine sanftere Entgiftungsform ist das sogenannte „Basenfasten“: Hier wird eine Zeit lang basenüberschüssigen Nahrungsmitteln der Vorzug gegeben. Jene Lebensmittel, die den Körper übersäuern (zum Beispiel Fleisch, Wurst, Kaffee, Alkohol, Zucker), werden reduziert oder weggelassen. Dies ergibt in Folge eine getreidefreie und vegane Kost, die vorrangig aus Obst und Gemüse besteht. Der Körper wird entsäuert und entlastet, Vitamin- und Mineralstoffdepots werden aufgefüllt.

Intervallfasten
Als Intermittierendes Fasten oder Intervallfasten werden jene Ernährungsformen bezeichnet, die Fasten- und Essphasen im regelmäßigen Wechsel durchführen, also beispielsweise 24 Stunden Fasten und im Anschluss 24 Stunden normale Essenszufuhr im Wechsel. Auch die sogenannte 16:8 Methode ist verbreitet – hier folgt auf eine 16-stündige Nahrungskarenz eine 8-stündige Phase der Nahrungsaufnahme. Es wird beispielsweise das Frühstück oder das Abendessen weggelassen, sodass sich innerhalb von 24 Stunden eine 16-stündige Fastenphase ergibt. Im Tierversuch konnte beim Intervallfasten eine Reihe an gesundheitlichen Vorteilen beobachtet werden: Längere Lebenszeit, weniger Krankheiten, Reduktion von Übergewicht, Diabetes & Co waren die Folge. Ob diese Ergebnisse auch
auf den Menschen übertagbar sind, da ist sich die Welt der Wissenschaften allerdings noch nicht ganz einig.

Weniger ist mehr
Ob Sie nun einmal eine Heilfasten-Kur ausprobieren, eine Zeit lang auf basenüberschüssige Kost umsteigen oder sich im Intervallfasten üben wollen – die täglichen Essensmengen für eine Zeit zu reduzieren, kann eine positive Trendwende für eine insgesamt gesündere Ernährung einläuten. Auch dem spirituellen Aspekt der Einkehr und Reduktion, der häufig mit dem Fasten verbunden wird, können viele etwas abgewinnen. Gerade in besonders belasteten Zeiten kann dieser Aspekt auch psycho-emotional eine besondere Heilwirkung entfalten.

Nicht für alle geeignet
Vom Fasten abgeraten wird allerdings meist sehr alten und schwer kranken Menschen sowie Kindern oder Magersucht-Patient/innen. Fastenexpert/innen und Ärzt/innen beraten Sie im Zweifelsfall gerne, ob diese Entgiftungsform für Sie persönlich auch wirklich passend und geeignet ist. n

Text: Ulli Zika
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