ERA Magazin - besser Wohnen

Fenstertausch

Energie sparen mit dem richtigen Fenster

Beim sogenannten Energieausweis eines Hauses wird es offensichtlich: Die wirklichen Schwachstellen bei älteren Bauten sind meistdie Fenster. Sie zu tauschen ist dann sinnvoll.

isolierglas-funktionsweise
Fenster bestehen natürlicherweise aus Glas. Sie lassen Licht ins Haus und erlauben den Augenkontakt zur Außenwelt. Heute im modernen Wohnbau bestehen oft ganze Fassaden aus Glas, aber auch bei älteren Bauten, vor allem aus den Sechzigern und Siebzigern, wuchsen die Fensterflächen mehr und mehr. Damit sind diese Fensterflächen auch für die Wärmeabstrahlung und -aufnahme verantwortlich. Große Fensterflächen können in der Heizperiode für einen Verlust von bis zu einem Drittel der Wärmeenergie verantwortlich sein, umgekehrt bei klimatisierten Gebäuden zu viel Außenwärme in das Gebäude lassen. Dies kostet nicht nur Energie und Geld, sondern trägt auch zur Klimaerwärmung bei.
Schon seit den  Siebzigern werden sogenannte Isolierglasfenster eingesetzt, doch wird bei älteren Generationen lediglich Luft zwischen zwei Scheiben als Isolation verwendet. Erst seit Mitte der Neunziger werden Scheiben mit einer Edelmetallschicht überzogen, die effektiveren Wärmeschutz bietet. Langwellige Strahlen werden reflektiert, kurzwellige Strahlen werden durchgelassen. Das bedeutet, dass die Wärme im Raum bleibt, während das Licht durchgelassen wird. Dieser Effekt funktioniert natürlich auch umgekehrt. Das bedeutet, im Sommer bleibt die Wärme draußen. Zusätzlich wird zwischen die Scheiben Edelgas wie Argon, Xenon oder Krypton eingebracht, um den Wärmedämmeffekt noch zu verstärken.
Relativ moderne Verglasungen gibt es seit 1995. Hier sollte ein Fachmann befragt und der in der Einleitung erwähnte Energieausweis erstellt werden, um zu bestimmen, ob der Tausch sinnvoll ist. Bei einem U-Wert von 1,3 amortisieren sich die neuen Fenster erst nach sehr langer Zeit. Hier macht der Tausch nur Sinn, wenn das Haus komplett saniert wird.

Was ist aber der sogenannte U-Wert? Er ist ein Maß für die Wärmedämmung, das bestimmt, wieviel Wärme absorbiert wird oder verloren geht. Dieser Wärmedurchgangs-Koeffizient wird als W/m2K ausgedrückt. Er gibt die Größe des Wärmestroms durch 1 m2 eines Bauteils bei 1 Grad Kelvin (entspricht 1 Grad Celsius) Temperaturdifferenz der beiderseitig angrenzenden Luftschichten im stationären Zustand an. Je niedriger dieser Wert, desto dichter das Fenster.

Einfachglas hat etwa 5,2 – 5,8 W/m2K, Dreifachglas ohne Gasfüllung etwa 1,9. Bis zu diesem Wert, der im Zuge eines Energieausweises gemessen werden kann, empfehlen Fachleute den Austausch der Fenster, denn modernes Wärmeschutzglas mit Dreifachverglasung und Gasfüllung weist einen Koeffizienten von 0,4 – 07 W/m2K auf.  Wenn man bedenkt, dass bei einer Differenz von nur 0,1 W/m²K über den Winter bis zu einem Liter Heizöl eingespart und andererseits auch die Klimaanlage im Sommer auf Sparflamme betrieben werden kann, ersparen moderne Fenster eine Menge Energie.

Fenster mit Einfachgläsern sollten unbedingt getauscht werden, denn hier geht wirklich viel Wärme verloren. Das betrifft vor allem Verglasungen aus den 50ern und 60ern. In den 79ern und 80ern wurde meist schon zweifaches Isolierglas verwendet. Aber auch hier ist ein Fenstertausch meist sinnvoll.

Natürlich ist auch der Zustand des Fensterrahmens ein Kriterium für den Tausch. Doch bei modernen Fenstern – etwa aus den 90ern – besteht er ohnehin aus Kunststoff und/oder Aluminium.

Neben dem Fenstertausch sollten weitere Maßnahmen ins Auge gefasst werden. Meist wird auch eine (sinnvolle) Fassadendämmung geplant. Die Fenster müssen dann so eingebaut werden, dass sie mit der gedämmten Fassade bündig abschließen und so Kältebrücken vermeiden. Denn die sind in der Regel dafür verantwortlich, dass bei nun dichten Fenstern Schimmel an den Innenwänden auftritt – eine der größten Befürchtungen vieler Hausbesitzer, die sich für neue Fenster entscheiden.

In der Praxis sollten bei Altbauten nach mindestens zwei Jahren auch die Außenwände isoliert werden, um Schimmelbildung sicher zu verhindern.n

Text: Ing. Franz Farkas
E-Mail: f.farkas@besser-wohnen.co.at
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