ERA Magazin - besser Wohnen

Elektro-Smog, Nein Danke!

Elektro-Smog, Nein Danke!

Alles funkt. Elektro-Geräte, Stromleitungen, Mobiltelefonie und kabellos betriebenes Equipment verursachen elektromagnetische Schwingungen. Und das macht immer öfter krank.

CMYK 300dpi_Pixabay_Handy Elektrosmog

Die fortschrittliche Technik unserer Zeit beschert uns Komfort und Mobilität, sie erhält uns länger gesund und hebt den Lebensstandard. Über Gefahren für die Gesundheit beim Betrieb elektrischer Geräte – vor allem beim Umgang mit Funk oder einfach nur in der Nähe von Hochspannungsleitungen – wird immer häufiger diskutiert. Die Tatsache, dass diese Einflüsse weder zu riechen noch zu hören sind, macht sie nur noch unheimlicher.

Ist meine Mikrowelle böse?

„Elektrisches Feld“ ist vielen Menschen nicht wirklich ein Begriff. Tatsächlich handelt es sich dabei um den Fluss elektrisch geladener Teilchen. Wird Spannung an einen Verbraucher (z.B. Glühlampe) angelegt, geraten diese Teilchen in Bewegung. Es fließt Strom. Jeder stromdurchflossene Leiter ist von einem Magnetfeld umgeben, in dem Energie transportiert wird. Um genau diese Felder geht es. Sie sind jene elektromagnetischen Felder, die ohne Zweifel Einfluss auf das Leben ausüben. Die meisten dieser Felder sind sogenannte Wechselfelder, die ihre Polarität in einem bestimmten Zyklus ändern. Das Maß hierfür ist die Einheit Hertz, der Begriff Frequenz. Unser Stromnetz mit 50 Hertz verändert 50 Mal pro Sekunde die Polarität. Bei hohen Frequenzen, etwa ab 30.000 Hertz lösen sich die Felder vom Leiter – Funkwellen entstehen. Bei noch höheren Frequenzen kommt es zu einer Erwärmung. Der Mikrowellenherd funktioniert nach diesem Prinzip. Die Energie dieser Felder breitet sich allerdings nicht ungehindert aus, sie nimmt mit der Entfernung drastisch ab. Das bedeutet, nur in unmittelbarer Nähe des Verursachers eines elektrischen Feldes kann es zu Einflüssen kommen. Bereits bei einer Entfernung von wenigen Zentimetern sinkt die Energie bis auf ein Hundertstel.

Körper-Reaktion versus Nachweis

Die Einflüsse des Elektromagnetismus können verschiedener Natur sein. Zum einen kann die Funktion technischer Einrichtungen (im Flugzeug) gestört werden – aus diesem Grund ist die Benützung von tragbaren Computern und vor allem Handys im Flugzeug eingeschränkt. Natürlich ist das auch der Industrie bewusst, die versucht, empfindliche Elektronik gegen derartige Störungen abzuschirmen. Beim menschlichen Organismus gestaltet sich die Abschirmung nicht so einfach. Elektrische Felder rufen Reaktionen hervor, die bereits erforscht und bekannt sind. So kommt es zu der schon oben erwähnten Erhitzung, die zum Beispiel von der Medizin zur Behandlung genutzt wird. Dennoch ist diese starke Erwärmung nicht immer erwünscht – im Bereich der Augen können schon geringe Temperaturerhöhungen schädlich sein, da die Augenflüssigkeit austrocknen kann. Weitere Effekte haben mit der Erwärmung weniger zu tun, wie etwa die Veränderung von Gehirnströmen unter Einfluss von Elektromagnetismus. Den Nachweis echter Gesundheitsschädigung, wie erhöhtem Krebsrisiko, ist uns die Wissenschaft bisher noch schuldig geblieben. Das bedeutet natürlich nicht, dass Schädigungen nicht auftreten können, doch mit unseren heu- tigen Mitteln sind sie nicht hundertprozentig dem Elektrosmog zuzuordnen.

┬®Shutterstock Elektrosmog NEU

Weniger Funk, gleiche Lebensqualität?

Bei Schlafstörungen, Unwohlsein und Kopfschmerzen können durchaus hohe elektrische Felder mit im Spiel sein. Den Elektrosmog aber als Ursache aller bisher unerforschten Krankheiten zu erklären, ist unseriös. Hier bedarf es noch viel wissen- schaftlicher Arbeit, um schlüssige Beweise zu erbringen. Auch ist die Industrie gefordert, bei Verdacht zu reagieren, um nicht den Fort- schritt um den Preis der menschlichen Ge- sundheit voranzutreiben. Der Elektrosmog gehört sicher zu den Umweltbelastungen, die uns heute nun einmal zusetzen.

Handy, Mast und Funkstation 

Es existieren allerdings Einwirkungen, die man nicht direkt beeinflussen kann. Beispiel: der Funkmast eines Handynetzbetreibers auf dem Dach. Doch die Gefährlichkeit wird hier oft überschätzt. Immerhin nimmt die In- tensität der Strahlung mit dem Quadrat der Entfernung ab. Zudem wird die Feldstärke gedrosselt, wenn sich der Handynutzer in der Nähe der Station befindet, dasselbe gilt ebenso umgekehrt. Auch die Sendestärke des Handys nimmt automatisch ab, wenn der Empfang funktioniert. Das bedeutet im Klartext: das Handy am Ohr verursacht mehr Strahlung als die Funkstation in 200 Metern Entfernung.

Text: Frank Wolf

E-Mail: redaktion@besser-wohnen.co.a

Fotos: Pixabay, Shutterstock, Masterfill.